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Heizspiegel 2026 zeigt Ihren Verbrauch im Vergleich

4 Minuten Lesezeit
Heizkostenabrechnung und Taschenrechner auf einem Küchentisch, um die Werte mit dem Heizspiegel 2026 zu vergleichen

Die Summe auf der Abrechnung sagt wenig, solange der Maßstab wie der Heizspiegel 2026 fehlt.

Der neue Heizspiegel sieht für 2026 gegenläufige Entwicklungen: Gas wird im Schnitt etwas günstiger, Heizöl und Holzpellets verteuern sich kräftig. Doch was das für das eigene Haus bedeutet, verrät keine Prognose, sondern erst der Vergleich mit ähnlichen Gebäuden.

Eine Heizkostenabrechnung nennt eine Summe, aber keinen Maßstab. 2.040 Euro im Jahr sind für ein Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern und Gasheizung der Durchschnitt des Abrechnungsjahres 2025. Zahlt ein Reihenhaus mit 90 Quadratmetern denselben Betrag, liegt es je Quadratmeter deutlich darüber. Erst Fläche, Energieträger und Verbrauch in Kilowattstunden machen aus der Summe eine Aussage. Diesen Maßstab liefert der Heizspiegel, den die Beratungsgesellschaft co2online gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherren-Schutzbund jedes Jahr veröffentlicht, 2026 am 22. September.

Gas wird günstiger, Öl und Pellets nicht

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern prognostiziert co2online im Abrechnungsjahr 2026 diese Heizkosten: Erdgas 1.930 Euro (minus 5 Prozent), Fernwärme 2.055 Euro (plus 1 Prozent), Wärmepumpe 1.300 Euro (plus 3 Prozent), Holzpellets 1.740 Euro (plus 23 Prozent) und Heizöl 2.745 Euro (plus 28 Prozent). In einer 70-Quadratmeter-Wohnung im Mehrfamilienhaus fallen die Beträge niedriger aus, die Richtung bleibt gleich: Heizöl 1.275 Euro, Gas 1.120 Euro, Wärmepumpe 735 Euro.

Die Gaspreise können sich im Abrechnungsjahr verändern. Ob die Entwicklung anhält, ist offen. Langfristige Kostenentwicklungen lassen sich nicht zuverlässig aus den genannten Jahreswerten ableiten. Diese Durchschnitte taugen für die Richtung, nicht für das eigene Haus.

Verbrauch durch Fläche: die Rechnung hinter dem Vergleich

Aus der letzten Abrechnung braucht es drei Angaben: den Verbrauch, den Energieträger und die beheizte Wohnfläche. Bei Heizöl und Erdgas sollten Sie für die Umrechnung die Angaben auf der Abrechnung verwenden. Ein Haus mit 130 Quadratmetern und 15.600 Kilowattstunden Gas im Jahr kommt so auf 120 Kilowattstunden je Quadratmeter. Dieser Wert wird mit den Tabellen des Heizspiegels verglichen, getrennt nach Energieträger und Gebäudegröße. In die Kategorie „niedrig" fallen die sparsamsten zehn Prozent der ausgewerteten Gebäude, „mittel" umfasst die nächsten vierzig Prozent, darüber folgen „erhöht" und „zu hoch". Bei zentraler Warmwasserbereitung sollten Sie die Angaben des verwendeten Vergleichsverfahrens beachten.

Gaszähler mit Notizblock zum Notieren des Zählerstands
Zwölf Ablesungen ergeben eine Messreihe, mit der sich der Verbrauch einordnen lässt.

Ein zweiter Weg ist der HeizCheck von co2online. Das Online-Werkzeug wertet Verbrauchs- und Kostendaten aus, vergleicht sie mit ähnlichen Gebäuden und rechnet eine Prognose für die kommenden Jahre.

Beim Vorjahresvergleich lohnt Vorsicht. Das Abrechnungsjahr 2025 war nach Angaben von co2online von einem kälteren Winter geprägt. Wer einen höheren Verbrauch sieht, muss deshalb nicht sofort ein Problem im Keller vermuten.

Der erste Hebel liegt im Verhalten, der zweite im Keller

Rund 90 Prozent der Haushalte haben laut Heizspiegel noch Sparpotenzial, im Schnitt etwa 465 Euro im Jahr in einer Wohnung und 1.000 Euro in einem Einfamilienhaus. Durch angepasstes Heizen und Lüften sowie einen geringeren Warmwasserverbrauch können Sie Energie sparen: Raumtemperaturen an die Nutzung anpassen, Heizkörper entlüften und frei halten, Zugluft abdichten.

Hand am Heizkörperthermostat, Raumthermometer auf dem Fensterbrett
Bis zu zehn Prozent Verbrauch lassen sich über Heizen, Lüften und Warmwasser einsparen.

Landet das Haus in der Kategorie „erhöht" oder „zu hoch", lohnt der Blick in den Heizungskeller. Ein hydraulischer Abgleich, eine passend eingestellte Heizkurve und eine geeignete Umwälzpumpe können den Betrieb der Heizung verbessern. Erst danach folgt die Frage nach Dämmung oder einem Wechsel des Energieträgers, und dann zählen die Prognosen vom Anfang.

Mieter prüfen die Abrechnung, Eigentümer führen eine Messreihe

Mieterinnen und Mieter erhalten die Abrechnung nach dem jeweiligen Abrechnungszeitraum. Die Abrechnung weist den Verbrauch der Wohnung und die Kosten des Hauses aus; die Angaben zu den CO2-Kosten sollten nachvollziehbar sein. Sie werden zwischen Vermieter und Mieter aufgeteilt, in schlecht gedämmten Gebäuden mit ineffizienter Heizung zahlen Vermieter den größeren Anteil. Einwände sind in der Regel innerhalb von zwölf Monaten nach Zugang der Abrechnung möglich, Mietervereine beraten dazu.

Eigentümerinnen und Eigentümer müssen nicht auf die Abrechnung warten. Wer regelmäßig den Zählerstand notiert, erhält nach einem Jahr eine Messreihe für den eigenen Verbrauch. Nach einer Maßnahme zeigt dieselbe Reihe im nächsten Winter, ob sie gewirkt hat.

Eine Summe auf der Abrechnung bleibt eine Summe, bis jemand sie durch die Quadratmeter teilt. Danach ist sie ein Messwert, und an einem Messwert lässt sich etwas verändern: im nächsten Winter, mit der nächsten Maßnahme, bei der nächsten Abrechnung.

Fotos: Textnetz, Generiert mit KI

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