2026 bringt für Eigenheimbesitzer und Mieter eine ganze Reihe neuer Regeln beim Heizen, beim Strom und bei der Förderung. Manche kosten Geld, andere entlasten spürbar, und einige verändern, worauf es beim Heizen und beim Stromtarif überhaupt ankommt. Wir haben die wichtigsten Änderungen für Sie sortiert, damit Sie wissen, worauf es beim Energiesparen 2026 wirklich ankommt.

Das neue Heizungsgesetz lässt Ihnen die Wahl

Wegweiser mit den Aufschriften möglicher Heizungsalternativen.
Von der Wärmepumpe bis zum Wärmenetz: Beim Heizungstausch haben Sie 2026 die freie Wahl.

Am 10. Juli 2026 haben Bundestag und Bundesrat das Gebäudemodernisierungsgesetz beschlossen, das das bisherige Heizungsgesetz ablöst. Die wichtigste Änderung für Sie: Die starre Vorgabe, dass jede neue Heizung zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien laufen muss, ist gefallen, und zwar für Neubau und Bestand gleichermaßen. Sie entscheiden künftig wieder selbst, welches System in Ihr Haus kommt. Zur Wahl stehen die Wärmepumpe, der Anschluss an ein Wärmenetz, eine Hybridlösung oder eine Biomasseheizung, und auch eine neue Gas- oder Ölheizung dürfen Sie einbauen. In Kraft treten soll das Gesetz Ende Juli oder Anfang August 2026.

Gesteuert wird der Umstieg jetzt nicht mehr über eine Einbaupflicht, sondern über den Preis. Wer weiter mit Öl oder Gas heizt, zahlt über den steigenden CO2-Preis Jahr für Jahr mehr, dazu gleich mehr. Ab 2029 kommt zusätzlich eine verpflichtende Bio-Beimischung zu Öl und Gas, die sogenannte Biotreppe. Ihre vorhandene Heizung müssen Sie deshalb nicht sofort austauschen, sie darf weiterlaufen und repariert werden. Wer ohnehin wechseln möchte, sollte aber die Betriebskosten über die nächsten Jahre im Blick behalten, nicht nur den Anschaffungspreis.

Öl und Gas werden durch den CO2-Preis teurer

Der nationale CO2-Preis steigt 2026 spürbar. Statt des festen Satzes von 55 Euro je Tonne aus dem Vorjahr bewegt er sich jetzt in einem Korridor zwischen 55 und 65 Euro. Für Sie an der Zapfsäule und an der Heizung bedeutet das: Heizöl verteuert sich um bis zu 3,2 Cent pro Liter, Erdgas um rund 0,22 Cent pro Kilowattstunde. Bei einem Gasverbrauch von 15.000 Kilowattstunden im Jahr kommen so allein durch den CO2-Anteil etwa 33 Euro zusammen.

Das klingt zunächst überschaubar, doch der Trend zeigt klar nach oben. 2027 wechselt Deutschland in den europäischen Emissionshandel, und dann bilden sich die Preise frei am Markt, ohne festen Deckel. Wer heute über eine neue Heizung nachdenkt, sollte diese Entwicklung von Anfang an mit einkalkulieren.

Für den Heizungstausch fließt weiter Geld

Der Umstieg auf eine klimafreundliche Heizung bleibt gefördert. Über die KfW erhalten Sie eine Grundförderung von 30 Prozent, die sich mit einem Bonus für den schnellen Austausch einer alten Anlage und einem Einkommensbonus auf bis zu 70 Prozent aufstocken lässt. Gedeckelt ist die Förderung auf 30.000 Euro anrechenbare Kosten für die erste Wohneinheit, im besten Fall sind das gut 21.000 Euro Zuschuss.

Auf den Zeitpunkt kommt es an. Zum 21. Juli 2026 baut die Bundesregierung das Programm um, dabei sinkt die anrechenbare Höchstsumme auf 28.000 Euro und einzelne Boni werden zurückgefahren. Wenn Sie einen Tausch planen, werfen Sie vorab einen Blick auf die aktuellen Konditionen. Und denken Sie an die Reihenfolge: Den Zuschuss beantragen Sie immer, bevor Sie den Auftrag an den Fachbetrieb vergeben.

Beim Strompreis gibt es echte Entlastungen

Nicht alles wird teurer. Zum Jahresbeginn 2026 ist die Gasspeicherumlage entfallen, und die Netzentgelte sinken deutlich, weil der Bund die Netzbetreiber bezuschusst. Ein durchschnittlicher Haushalt spart dadurch rund 100 Euro im Jahr, in Summe kommen bis zu etwa 160 Euro Entlastung zusammen. Eine verbreitete Annahme sollten Sie dabei aber nicht übernehmen: Die viel diskutierte Senkung der Stromsteuer gilt nur für Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft, private Haushalte profitieren davon nicht.

Wer trotzdem sparen will, kann seinen Vertrag prüfen. Seit 2025 muss jeder Versorger mindestens einen dynamischen Stromtarif anbieten, bei dem sich der Preis am Börsenstrom orientiert. In Kombination mit einem intelligenten Zähler lässt sich der Verbrauch gezielt in die günstigen Stunden legen. Ab einem Jahresverbrauch von 6.000 Kilowattstunden oder bei einer Solaranlage über 7 Kilowatt wird der Einbau eines solchen Smart Meters ohnehin Pflicht, die Gebühr liegt bei höchstens 100 Euro im Jahr.

Solarstrom vom Dach und vom Balkon lohnt sich weiter

Wer eigenen Solarstrom erzeugt, bekommt für die Einspeisung ins Netz weiter eine feste Vergütung. Für neue Anlagen bis 10 Kilowatt liegt sie seit Februar 2026 bei 7,78 Cent je Kilowattstunde, wenn Sie einen Teil des Stroms selbst verbrauchen. Ab August sinkt der Satz leicht auf 7,71 Cent, denn die Vergütung wird halbjährlich um ein Prozent abgesenkt.

Deutlich unkomplizierter ist der Einstieg über ein Balkonkraftwerk. Erlaubt sind Wechselrichter bis 800 Watt und Module bis 2.000 Wattpeak, angemeldet wird die Anlage nur noch mit einem kurzen Eintrag im Marktstammdatenregister. Den Weg über den Netzbetreiber können Sie sich sparen. So deckt schon ein einzelnes Balkonmodul einen Teil Ihres Grundverbrauchs.

Das Elektroauto wird wieder gefördert

Nach dem Auslaufen der alten Umweltprämie Ende 2023 gibt es 2026 wieder einen Zuschuss für Elektroautos. Über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle sind je nach Fahrzeug, Einkommen und Kinderzahl zwischen 1.500 und 6.000 Euro möglich, ein reines E-Auto startet bei 3.000 Euro. Gefördert werden Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen bis 80.000 Euro, je Kind steigt diese Grenze. Anträge nimmt die Förderstelle seit Mai 2026 entgegen, rückwirkend für alle Zulassungen ab dem 1. Januar. Wenn Sie Ihren Strom zusätzlich vom eigenen Dach beziehen, tanken Sie besonders günstig.

Ein Schritt nach dem anderen

Die vielen Neuerungen auf einmal wirken schnell erschlagend. Alles gleichzeitig müssen Sie 2026 aber nicht angehen. Fangen Sie dort an, wo der Hebel für Ihren Haushalt am größten ist, meist bei der Heizung oder beim Stromtarif. Vieles davon zahlt sich über die Jahre von selbst zurück. Wie Sie Ihre Heizkosten Schritt für Schritt senken, lesen Sie hier.