Vor dem Ofen bleibt Platz, damit der Lüfter die warme Luft verteilen kann. Springt er kaum noch an, ist der Speicher voller als nötig.
Eine Nachtspeicherheizung richtig einstellen ist keine Hexerei, auch wenn die beiden Drehknöpfe am Ofen auf den ersten Blick rätselhaft wirken. Spät am Abend klickt es leise im Gerät, und über Nacht heizen sich die Steine im Inneren auf. Am Morgen strahlt der Ofen kräftig Wärme ab, und am späten Nachmittag ist manchmal schon nichts mehr übrig. Oft stimmt dann das Zusammenspiel der beiden Regler nicht. Mit ein paar Handgriffen bringen Sie Aufladung und Raumtemperatur in Einklang, sodass die Wärme bis in den Abend reicht und die Stromrechnung nicht unnötig wächst.
Zwei Regler teilen sich die Arbeit
Ein Nachtspeicherofen arbeitet in zwei Schritten. Zuerst lädt er Wärme, dann gibt er sie ab. Für jeden Schritt gibt es eine eigene Einstellung. Der Laderegler bestimmt die Strommenge, die nachts in die Speichersteine fließt. Er sitzt als Drehknopf am Ofen und hat meist die Stufen 1 bis 3, manchmal auch 1 bis 6, jeweils mit halben Zwischenstufen. Es gibt außerdem Regler ganz ohne Stufen.

Das Raumthermostat legt die Temperatur im Zimmer fest. Es hängt in der Regel an der Wand in der Nähe der Tür oder sitzt direkt am Ofen neben dem Laderegler. Viele Thermostate haben eine Temperaturskala, an der Sie Ihre Wunschtemperatur einstellen.
Die Öfen laden zu festen Zeiten, die Ihr Stromversorger oder Netzbetreiber vorgibt. Meist liegen sie in der Nacht, häufig zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens. In dieser Zeit fließt der günstigere Heizstrom, und die Steine im Ofen werden heiß. Tagsüber geben sie die gespeicherte Wärme langsam wieder ab. Gut funktioniert das nur, wenn beide Regler zueinander passen. Ein hoch eingestelltes Thermostat holt nicht mehr Wärme aus dem Ofen, als nachts geladen wurde, und ein übervoller Speicher heizt den Raum auch dann, wenn das Thermostat längst zufrieden wäre.
Die Aufladung richtet sich nach dem Wetter von morgen
Die wichtigste Stellschraube ist die Lademenge. Lädt der Ofen zu viel, wird es vor allem morgens zu warm, weil die überschüssige Wärme ungeregelt über das Gehäuse in den Raum strahlt. Lädt er zu wenig, ist der Speicher oft schon am Nachmittag leer. Richten Sie die Ladung deshalb nach dem Wetter des kommenden Tages. Je kälter es wird, desto höher stellen Sie den Laderegler. Wird es milder, drehen Sie ihn zurück.
Als Anhaltspunkt für Regler mit drei Stufen gelten diese Werte: Bei etwa 10 Grad Außentemperatur reicht Stufe 1, also rund ein Drittel der Ladung. Um den Gefrierpunkt passt Stufe 2 mit etwa zwei Dritteln, und ab etwa minus 5 Grad braucht der Ofen Stufe 3, die volle Ladung (Quelle: Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Stand 2017). Fahren Sie für mehrere Tage weg, dürfen Sie die Ladung reduzieren. Denken Sie dann daran, dass jemand den Regler etwa 24 Stunden vor Ihrer Rückkehr wieder hochdreht, sonst kommen Sie in eine kalte Wohnung.
In vielen Häusern übernimmt eine zentrale Aufladesteuerung diese Arbeit. Ein Fühler an der Außenwand, meist an der Nordseite, misst die Temperatur, und ein Steuergerät im Verteilerkasten bei den Sicherungen legt die Lademenge für alle Öfen fest. Diese Steuerung rechnet mit den Temperaturen des Vortags und kennt die Vorhersage für morgen nicht. Deshalb sind die Grundeinstellungen oft eher großzügig. Die passende Einstellung am Ofen steht in diesem Fall in der Bedienungsanleitung Ihres Geräts. Bei manchen Geräten gehört der Laderegler bei zentraler Steuerung auf die volle Stufe, und Sie können die Ladung in einzelnen Räumen zusätzlich drosseln, etwa im Schlafzimmer. Sind Sie unsicher, ob Ihr Haus eine zentrale Steuerung hat, fragen Sie Ihren Vermieter oder einen Nachbarn mit derselben Heizung.
Das Raumthermostat schaltet den Lüfter zu
Ein Teil der gespeicherten Wärme gelangt ohne Ihr Zutun in den Raum, weil das Gehäuse sie langsam abstrahlt. Reicht diese Strahlung nicht, um die eingestellte Temperatur zu erreichen, springt ein Lüfter im Ofen an und bläst warme Luft aus dem Inneren ins Zimmer. Das Raumthermostat steuert also vor allem diesen Lüfter. Hat Ihr Thermostat einen eigenen Schalter dafür, lassen Sie den Lüfter eingeschaltet. Er braucht selbst nur wenig Strom und verteilt die Wärme dann, wenn Sie sie brauchen.
Der Lüfter verrät Ihnen außerdem, ob die Ladung stimmt. Springt er selten oder gar nicht an, strahlt der Ofen bereits mehr Wärme ab, als der Raum braucht. Dann können Sie die Lademenge etwas senken. Für Wohnräume genügen in der Regel 20 Grad. Schlafzimmer und Flur dürfen kühler bleiben, und dort senken Sie am besten auch die Ladung. Schließen Sie die Türen zwischen warmen und kühleren Räumen, damit die Wärme bleibt, wo Sie sie haben möchten. Nachts und wenn Sie für einige Stunden aus dem Haus gehen, stellen Sie das Thermostat niedriger, zum Beispiel auf 15 Grad.
Damit der Lüfter arbeiten kann, braucht der Ofen Luft. Stellen Sie keine Möbel direkt davor und legen Sie nichts darauf, auch keine Wäsche zum Trocknen. Die Oberfläche wird im Betrieb sehr heiß. Saugen Sie die Lüftungsgitter ab und zu von außen mit dem Staubsauger ab, vor allem, wenn Ihnen die Luft aus dem Ofen staubig vorkommt.
So stellen Sie die Nachtspeicherheizung richtig ein
Wenn Sie Ihre Nachtspeicherheizung richtig einstellen möchten, lohnt zu Beginn der Heizsaison eine kleine Runde durch die Wohnung. Planen Sie dafür ein paar Tage ein, denn ob die Einstellung passt, zeigt sich erst am Folgetag.
- Steuerung klären Finden Sie heraus, ob Ihre Öfen eine zentrale Aufladesteuerung haben. Ein Blick in den Verteilerkasten oder eine Frage an den Vermieter hilft weiter.
- Wunschtemperatur wählen Stellen Sie die Raumthermostate ein. In Wohnräumen reichen meist 20 Grad, in Schlafzimmer und Flur darf es weniger sein.
- Ladung anpassen Bei Reglern am Ofen richten Sie die Stufe nach der Vorhersage für den nächsten Tag. Je kälter es wird, desto mehr laden Sie.
- Am Folgetag prüfen Ist es morgens zu warm, senken Sie die Ladung um eine halbe Stufe. Wird es nachmittags kühl, erhöhen Sie sie.
- Luft freihalten Räumen Sie Möbel und Gegenstände vom Ofen weg und saugen Sie die Lüftungsgitter ab.
Ändern Sie immer nur eine Einstellung und warten Sie einen Tag ab, bevor Sie nachregeln. So erkennen Sie, welcher Handgriff gewirkt hat. Im Frühjahr gilt der Weg umgekehrt. Möchten Sie die Öfen im Sommer ganz abschalten, drehen Sie den Laderegler vollständig zurück. Das Thermostat allein auf null zu stellen reicht nicht, denn der Ofen lädt sonst weiter und gibt die Wärme über das Gehäuse ab.
Die Zusatzheizung läuft mit teurem Tagstrom
An manchen Raumthermostaten gibt es einen weiteren Schalter für eine elektrische Zusatzheizung. Sie heizt direkt mit Strom zum Tagtarif und ist deshalb teurer als die Wärme aus dem Speicher. Nutzen Sie sie nur, wenn es nicht anders geht, zum Beispiel an einem einzelnen sehr kalten Tag. Eine richtig eingestellte Nachtspeicherheizung braucht sie selten. Reicht die Wärme regelmäßig nicht, liegt die Lösung meist in einer höheren Ladung.
Auch das Nachladen am Tag regeln Netzbetreiber und Zähler unterschiedlich. Hat die Heizung einen eigenen Zweitarifzähler, kann Strom, der tagsüber in den Speicher fließt, teurer abgerechnet werden als Strom in der Nacht. Fragen Sie Ihren Netzbetreiber nach den Ladezeiten Ihrer Öfen und Ihren Stromanbieter nach den Preisen, die dann gelten.
Für Heizstrom gibt es eigene Tarife, und Sie können den Anbieter wechseln. Für den Vergleich brauchen Sie Ihren ungefähren Jahresverbrauch aus der letzten Abrechnung. Eine Checkliste für den Tarifvergleich finden Sie auf den Seiten der Verbraucherzentrale.
Der Ofen bleibt zu, egal wie alt er ist
Manche Nachtspeicheröfen sind seit Jahrzehnten in Betrieb, und in älteren Modellen können Schadstoffe stecken. Asbest kann in Geräten stecken, die vor 1984 hergestellt wurden, PCB in Geräten von vor Juli 1989. Chromat steckt in fast allen Speichersteinen, und künstliche Mineralfasern aus der Zeit vor Juni 2000 gelten als krebserzeugend (Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt). Im Zweifel gilt jedes Gerät als schadstoffhaltig.
Achtung
Öffnen, zerlegen oder bauen Sie einen Nachtspeicherofen nie selbst aus. Den Ausbau übernehmen nur Fachfirmen mit Sachkunde nach TRGS 519, der Technischen Regel für Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten mit Asbest.
Für den Alltag bedeutet das: Bedienen und von außen reinigen können Sie den Ofen, das Innere gehört in Fachhände. Ob Ihr Gerät asbesthaltige Bauteile enthält, erfahren Sie beim Hersteller, wenn Sie ihm die Gerätenummer vom Typenschild nennen (Quelle: Landratsamt Pfaffenhofen). Ist ein Ofen beschädigt oder riecht er verbrannt, schalten Sie ihn über die Sicherung ab. Als Mieter geben Sie dann Ihrem Vermieter Bescheid.
Eine Nachtspeicherheizung richtig einstellen lohnt sich, austauschen müssen Sie nicht
Für bestehende Nachtspeicheröfen gibt es weder ein Betriebsverbot noch eine Pflicht zum Austausch. Ein früher geplantes Verbot, das ab 2020 schrittweise für ältere Speicheröfen in Wohnhäusern mit mehr als fünf Wohnungen gegriffen hätte, die ausschließlich mit Speicheröfen beheizt werden, wurde 2013 wieder aufgehoben. Das heute geltende Gebäudemodernisierungsgesetz erlaubt den Einbau einer Stromdirektheizung in ein bestehendes Wohnhaus nur, wenn das Haus um mindestens 30 Prozent besser gedämmt ist, als es das Gesetz für Neubauten verlangt. Speicherheizungen zählen ausdrücklich dazu. Ausgenommen sind Häuser mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine selbst bewohnt. Tauschen Sie eine vorhandene Einzelraum-Stromdirektheizung aus, etwa einen alten Speicherofen gegen ein neues Gerät, gilt diese Hürde nach § 46 des Gesetzes ebenfalls nicht.
Möchten Sie umsteigen, unterstützt die KfW den Wechsel. Selbst nutzende Eigentümer erhalten beim Austausch einer funktionstüchtigen Nachtstromspeicherheizung zusätzlich zur Grundförderung von 30 Prozent einen Bonus von 16 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten. Voraussetzung ist, dass die Wohnung Ihr Haupt- oder alleiniger Wohnsitz ist und der alte Ofen fachgerecht ausgebaut und entsorgt wird. Der Bonus sinkt ab dem 1. Februar 2027 halbjährlich, für Anträge ab dem 1. August 2028 entfällt er (Quelle: KfW, Stand Oktober 2026). Mehr zur Wahl der neuen Heizung und zu den Regeln des Gesetzes lesen Sie in unserem Beitrag zum Heizungstausch 2026.
Bis dahin ist ein gut eingestellter Speicherofen eine verlässliche Wärmequelle. Ein paar Minuten an den Reglern zu Beginn des Winters und ein Blick auf das Wetter von morgen genügen, damit die Wohnung warm bleibt.
Muss ich meine Nachtspeicherheizung austauschen?
Nein. Für bestehende Geräte sieht das Gebäudemodernisierungsgesetz keine Austauschpflicht vor. Bedingungen gelten nur für den Einbau neuer Stromdirektheizungen, und der Austausch einer vorhandenen Einzelraum-Stromdirektheizung ist davon ausgenommen.
Auf welche Stufe stelle ich die Aufladung im Winter?
Bei Reglern mit drei Stufen passt um den Gefrierpunkt Stufe 2, ab etwa minus 5 Grad Stufe 3. Hat Ihr Haus eine zentrale Aufladesteuerung, richten Sie sich nach der Bedienungsanleitung des Ofens.
Warum ist der Ofen nachmittags schon kalt?
Meist war die Ladung zu gering. Erhöhen Sie den Laderegler um eine halbe Stufe und prüfen Sie am nächsten Tag, ob die Wärme bis zum Abend reicht.
Quellen
- Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, 2017: Nachtspeicheröfen: Tipps zur Bedienung
- Verbraucherzentrale, 2024: Nachtspeicherheizung: Wechsel des Stromtarifs kann Geld sparen
- Bayerisches Landesamt für Umwelt, 2013: Nachtspeicherheizgeräte (infoBlatt Abfallwirtschaft)
- Gebäudemodernisierungsgesetz: § 46 Einbau einer Stromdirektheizung
- BBSR, GModG-Infoportal: Energieeinsparungsgesetz (EnEG) 2013
- BBSR, GModG-Infoportal: Energieeinsparverordnung 2009 (Archiv, § 10a)
- Landratsamt Pfaffenhofen, 2024: Merkblatt Nachtspeicheröfen
- KfW, 2026: Heizungsförderung für Privatpersonen, Wohngebäude (458)
Fotos: Textnetz, Generiert mit KI














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